• Straßenansicht 

Gasthof zur Traube, Hauptplatz 9

Geschichte der Hausbesitzer, aus den Protokollen des Neusiedler Stadtarchivs rekonstruiert von Dr. Sepp Gmasz.
(Leider sind gerade aus neuerer Zeit weniger Unterlagen vorhanden.)

Auffallend ist, dass in der Liste der Hausbesitzer manche Auswärtige aufscheinen, auch ein Adeliger. Das könnte dafür sprechen, dass das Haus in seiner Qualität für Käufer interessant war. Im Lauf der Jahrhunderte hat es mehrere Umbauten erfahren, die ursprünglichen Dimensionen allerdings sind seit dem 16. Jahrhundert die gleichen geblieben. Schon zur Türkenzeit dürfte es sich um ein Stockhaus gehandelt haben.
   
1525: Als erster Besitzer ist Jacob MEICHNER erwähnt. Er besitzt das Haus als ganzes, also ungeteiltes Lehen.

1565: In diesem Urbarium ist Paul GABRIEL als Besitzer genannt. Er ist mit der Witwe des Saliterers Hans Andres verheiratet; er heiratet später ein zweites Mal (Juliana) und stirbt 1581.

Nach ihm übernimmt der Apetloner Georg WOBO das Haus.

1593: Von Georg Wobo kauft Wolf Dietrich KIRCHSCHLAGER das Haus. Nachbarn sind Lorenz Bernhardins Witwe und Benedict Gryll.

1630: Als Besitzer ist Andre ALEXANDER genannt. Seine Frau Maria übernimmt nach seinem Tod das Haus.

1646: Nach dem Tod Maria Alexanders wird ihr Sohn aus erster Ehe, Johann LANGLOS, Erbe, der das Haus aber sofort weitergibt.

1667: Die Witwe von Blasy Lentsch, Margarethe, hatte ein zweites Mal geheiratet. Als sie in diesem Jahr stirbt,
geht das Haus an ihren zweiten Mann Georg SCHMELZER.

Georg Schmelzer wird im Türkenkrieg von 1683 gefangen genommen. Sein weiteres Schicksal ist unbekannt.

1687: Das Haus, das an die Herrschaft Ungarisch-Altenburg, bzw. an die Gemeinde zurückgefallen war, ist von dieser an Michael REICHARDT verkauft worden. Er ist Steinmetz, deshalb wird das Haus zu dieser Zeit auch „Steinmözisches Haus“ genannt.

1708: Erstmals wird das Haus nach dem Tod Reichardts geteilt. Die neuen Besitzer sind Sebastian WOLFAHRT und der Fleischer Mathias SCHMIDT. Die Witwe des letzteren heiratet Johann ROSS, und dieser wird damit neuer Besitzer der Halbwirtschaft.
Das Haus hatte damals schon ein Stockwerk, außerdem verfügte es neben den Zimmern auch über einen Saal. Die Stiegen waren gemeinsamer Besitz.

1715: Die Hälfte von Johann Ross geht an den Eisenhändler Franz FEZI.

1717: Sebastian Wolfahrt gibt seinen Teil an den Sohn Johann WOLFAHRT, bürgerlicher Handelsmann, weiter. Er ist verheiratet mit Barbara; ihr Sohn wird K.K. Kammer Buchhalterei Rat in Wien.

1722: Johann Wolfahrt erwirbt von Franz Fezi dessen Hälfte und vereinigt das Haus wieder.

Johann Wolfahrts Frau heiratet in zweiter Ehe den Edlen Johann von FARKAS, der nun Mitbesitzer wird.

1779: Die hochbetagte Witwe Barbara von Farkas stirbt, das Haus geht weiter an Josef GÜTTLING und dessen Frau Theresia aus Zurndorf um 4.320 Gulden. Dabei ist auch das Inventar inbegriffen. Darunter finden sich 8 Bilder und 12 „Städte vorstellende“ Kupferstiche mit Glasrahmen.

1805: Josef Güttling verkauft das Haus an Johann SIPPENKOPF, Schafmeister aus St. Johann, um 7.500 Gulden (fl).
Im gleichen Jahr heiratet Güttlings Tochter Anna den Eisenhändler Michael Wolf.

1810: Sippenkopf gibt das Haus an den damaligen Ortsrichter von Zanegg, Jakob Zwickl, weiter, der es für seinen noch ledigen Sohn Johann ZWICKL um 14.350 fl (Gulden)kauft. Erst als dieser Sohn Elisabeth Tschida 1814 heiratet  kann er Bürger von Neusiedl und damit offizieller Haubesitzer werden.

1850: Nach Johann Zwickl wird sein Sohn Josef ZWICKL Besitzer des Hauses. Das Haus hat die Konskriptionsnummer 121.

1857: Im Grundbuch dieses Jahres scheint schon der Rauchfangkehrermeister Alois SCHLAFFER als neuer Besitzer auf. Im Jahr 1860 scheinen die landwirtschaftlichen Gründe vom Haus abgegeben worden zu sein. Jedenfalls werden sie jetzt von Franz Haider bewirtschaftet. Das Haus wird daher von einem Halblehen aus Steuergründen in eine Kleinhaus umgestuft.

Um 1880 hat auch die Neusiedler Sparkasse die Haus Nr. 121, dürfte also im Haus eingemietet sein.

1883: Die Steuerliste nennt Gyula SCHLAFFER („Kéményseprö“) als neuen Besitzer.
1934: Erwerben das Gastwirte Ehepaar Marie und Franz MÜLLNER das Haus
Seit 1910 waren sie Pächter des Gemeindesgasthauses zum goldenen Engel, Hauptlatz 14.

Gasthaus goldener Engel
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1937: Nach den Tod der Eltern geht das Haus in den Besitz der Tochter Anna MÜLLNER über.
1955: Am 1. Mai wird der heutige Gasthaus "Zur Traube" eröffnet.

Gasthaus zur Traube 1955
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1973: Nach dem Tod der Mutter, geht das Haus in den Besitz des Sohnes Franz RITTSTEUER über.

1976: Generalsanierung der gesamten Liegenschaft durch Franz und Elisabeth Rittsteuer. Eröffnung am 29. Mai 1976 als Gasthof "Zur Traube"



Gastzimmer - 1976
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Gastzimmer - 1976
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Mitte - 1976
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Extrazimmer - 1976
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